Handwerk hat Zukunft. Die alte Tradition des Wachsziehers besteht fort. Am 25. und 26. Juli fand die Gesellenprüfung für ganz Deutschland in Deggendorf in den Räumen der Firma Karl Wiedemann, Wachswarenfabrik statt.
Im Vorjahr produzierte die Branche der Kerzenhersteller, einer der ältesten Handwerksberufe, bundesweit 135.000 Tonnen Kerzen. Vom neuen Trend zur Wohnlichkeit und der gestiegenen Bedeutung des Ambientes wollen auch die Kerzenhersteller verstärkt profitieren.
Fast jedes Jahr stellt die kleine Branche einen Bundessieger beim Leistungswettbewerb des Handwerks, Der kreative Beruf erfordert Geschick und technisches Können, Phantasie und Materialkenntnis. Diese drei Voraussetzungen haben die frischgebackenen Wachsbildner/innen und Wachszieher/in erfüllt. Ihre, zur Übergabe des Gesellenbriefes mitgebrachten Wachsarbeiten, ließen daran keinen Zweifel. Der Vorstand der Kerzeninnung zeigte sich erfreut, dass der Fortbestand dieses traditionsreichen Handwerks durch qualifizierten Nachwuchs gesichert ist. Auch dieses Jahr wieder, wurden Prüflinge der
einzige in Europa bestehende Wachszieherinnung, von ihrer dreijährigen Lehrzeit freigesprochen und
durch den Obermeister der Innung, Stephan
Zimmermann aus Köln, in den Gesellenstand
erhoben. Die Prüflinge legten zwei Tage lang
Arbeitsproben ab, die einer Prüfungskommission zur
Begutachtung vorgelegt werden mussten. Beurteilt
wurde nicht nur die Geschicklichkeit, sondern ganz
besonders das Gesellenstück. Für die Wachsbildner, die sich im Gegensatz zu der Wachsziehern mehr mit der künstlerischen Bearbeitung des Materials beschäftigen, hieß dieses Jahr das vom Prüfungsausschuss vorgeschlagene Thema für ein Wachsbild „Frühling oder Sommer“ sowie eine Zierkerze Thema: „Weinlese“ und für die Wachszieher eine Votivkerze Thema: „Heiliger Ambrosius“ und eine glatte Kerze vom Docht
an Hand gearbeitet.
Der Geschäftsführer der Bundesinnung, Wolfgang Reich sorgt dann dafür, dass die Abschlussbesten den jeweiligen Kammern in Augsburg, Bayreuth, München, Passau, Potsdam, Würzburg und im Saarland gemeldet werden. Dort haben sie die Möglichkeit, am Wettbewerb zur Ermittlung der Landes- und Bundessieger mitzumachen.






|