Ein Kind hielt mich fest in seinen warmen Händen. Ich näherte mich so seinen strahlenden Augen. Ich sah, wie es ungeduldig darauf wartete, mich Licht werden zu lassen. Die Mutter, auf deren Arm es saß, richtete mich behutsam gerade und führte die Hand des Kindes zu einer schon brennenden Kerze. So empfing ich Licht von einem anderen Licht. Ist es nicht auch so bei den Menschen? Mit ihrem Denken, mit ihrem Glauben? Jetzt suchten Mutter und Kind für mich einen freien Halter auf dem großen Leuchter, einen Platz für mein Leben. Die anderen nahen Lichter strahlten Wärme aus, wir fühlten uns wohl, neigten uns einander zu. Ihr Licht leuchtete auch mir, ich war nicht allein. Und unser aller Licht ließ auch den Heiligen auf dem Goldgrund der Ikone, vor dem wir entzündet worden waren, aufleuchten. Sein Leben glich wohl dem unsrigen: leuchten, wärmen und dabei sich verbrennen. Da sah ich doch, eine von uns beugte sich immer weiter hinab. Aber gerade dabei leuchtete sie noch einmal besonders hell, so wie oftmals die Augen sehr alter Menschen.
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