| Das wurde schon vor 100ten von Jahren festgestellt. Wenn wir heute von „Wachs“ hören, denken wir wohl zunächst an Kerzen und sind uns nicht der überaus zahlreichen Verwendungsmöglichkeiten bewusst, die dieses leicht zu formende Material bietet.
Wachs ist zum Beispiel Bindemittel in kosmetischen Produkten, Wachs ist als Glanzmittel in Schuhcreme und Politur, Wachs hat eine schützende Funktion als Isoliermaterial und Dichtungsmasse, Wachs ist unersetzlicher Werkstoff in der Technik und in der Zahnmedizin usw.
Auch in der Kunst findet Wachs Verwendung und da kommen die Wachsbildner, die ein großer Teil des Berufsbildes der Wachszieher ausmachen, zum Einsatz.
Der alltägliche, multifunktionale Gebrauch von Wachs ist uns schon aus der Antike bekannt. Der Werkstoff „Wachs“ begegnet uns schon sehr früh in der Liturgie und Volksfrömmigkeit, in Gestalt unterschiedlichster Objekte wie z.B. Kerzen, Votivgaben, Wachsstöcke, Reliefs, Klosterarbeiten usw.
Die hohe Wertschätzung des Materials führte im Spätmittelalter zur Herausbildung des zünftigen Berufsstandes der Lebzelter, die zugleich als Wachszieher (und Lichtzieher) arbeiteten und mit dem Honig ein weiteres wertvolles Bienenprodukt für ihre gewürzten Flachgebäcke verwendeten. Daneben wurde Wachs auch in Klöstern und in bäuerlicher Hauswirtschaft gewonnen. Durch Schmelzen der Bienenwabe, Reinigungs- und Bleichvorgänge erzeugtes Bienenwachs war zudem als Modelliermasse geschätztes Material.
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