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  In der Osterkerze steckt viel Handwerk
 


In der Osterkerze steckt viel Handwerk

Ob klassische Osterkerzen, Hasen aus Wachs oder Eier mit Docht: Ostern ist ein Fest des Lichts. Die sich verzehrende Kerze symbolisiert den Leib Jesu. Die aufwändig verzierten Osterkerzen zeugen von der handwerklichen Tradition der Kerzeninnung.

In Deutschland, Europas größtem Kerzenhersteller, wird das alte Wachszieher-Handwerk noch gepflegt und die Osterkerze bis heute nach liturgischen Vorschriften hergestellt. Das schlägt sich auch in der Ausbildung zum Wachszieher nieder. “In der Abschlussprüfung müssen die Lehrlinge weiter Kerzen per Hand ziehen, damit sie für die Kerzenmasse das richtige Gefühl bekommen”.
 
Vor allem traditionelle Wachszieherbetriebe haben sich auf verzierte Kerzen spezialisiert. Wachsbildner applizieren mit viel Geschick Ornamente auf die Kerze. Sind für Wachsbildner die gestalterischen Fähigkeiten unabdingbar, kommt es beim Wachszieher auch auf die Kraft an, wenn er an der Zug- oder Pressmaschine die Kerze herstellt.
Kerzen erblicken “das Licht der Welt” in einer Erdölraffinerie. Dort fällt als Nebenprodukt der Grundstoff Paraffin ab. Für die Osterkerze wird das Paraffin mit 10 % Bienenwachs vermischt. Eine Pumpe transportiert das flüssige Wachs oder Pulver - je nach Herstellungsart - zur Kerzenzugmaschine oder Presse.
Beim Kerzenziehen, dem traditionellen Herstellungsverfahren, wird der Docht durch ein Wachsbad gezogen. Pro Durchlauf wird die Kerze um einen Millimeter dicker. Allein die Herstellung einer Osterkerze mit einem Durchmesser von fünf Zentimetern dauert rund vier Stunden. Viel Aufwand für einen kurzen, aber äußerst bedeutsamen Moment: In der Osternacht wird am geweihten Osterfeuer das Osterlicht entzündet und feierlich in die dunkle Kirche getragen. Die sich verzehrende Kerze symbolisiert für Christen den Leib Jesu.
Aus dem Wachsstrang werden die Kerzenrohlinge geschnitten, dann der Kopf und das Loch für den Dorn des Kerzenständers gefräst und an einen Metallkranz gehängt in heißes Wachs getaucht. Dabei werden die Kerzen mit einer speziellen Mantelmasse umhüllt. So bleibt der Rand der Kerzen besser stehen. Das ist ein zusätzlicher Schutz vor Zugluft, der für Kirchenkerzen besonders wichtig ist, damit sie sauber und gleichmäßig abbrennen.
Auch wenn heute Kerzen vorwiegend maschinell produziert werden, hält die Kerzeninnung die Handwerkstradition hoch. “Trotz aller Billigimporte n werden die Qualitätskerzen aus Innungsbetrieben immer gefragt sein”.
Weitere Infos unter: www.kerzeninnung.de


Osterkerze
 
 
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