Einbezogen
in die freudigen, festlichen aber auch traurigen Ereignisse menschlichen
Lebens ist der alte ",Kerzen - licht - Kreislauf" immer
noch existent. Er beginnt mit dem Lebenslicht und führt über
Tauf-, Kommunion- und Hochzeitskerzen bis hin zur Sterbekerze.
Schon aus dem 10. Jahrhundert sind über die
Kerzenherstellung, staatliche Verordnungen bekannt. Die heutigen
Wachsziehereien entstanden aus der Lebzelterzunft, das im 19. Jahrhundert
ein Doppelgewerbe war. Der Lebzelter, das war der Lebkuchenbäcker,
der den Honig für das Gebäck und das Wachs zur Kerzenherstellung
benutzte.
Die Wachszieher haben sich dann 1946 erstmals als
Bayerische Wachszieher-lnnung, mit Sitz in Augsburg zusammen geschlossen
und 1983 den Status einer Bundesinnung erhalten, d.h. die Zuständigkeit
für ganz Deutschland und mit Gastmitgliedern von Kerzenherstellern
aus dem deutschsprachigen europäischen Ausland.
Der Beruf des Wachsziehers mit der Möglichkeit
der Fachrichtung Wachsbildner ist ein anerkannter Ausbildungsberuf
nach dem Berufsbildungsgesetz bzw. nach der Handwerksordnung.
Es ist ein kreativer Beruf, der neben Geschick
und technischem Können auch Phantasie erfordert. Die Wachsbildnerei
ist eine der schönsten Seiten des Berufes. Sie erfordert ein
hohes Maß an Geschmack, Kunstempfinden und auch Idealismus.
In wenigen Berufen kann man von seiner Arbeit so befriedigt sein,
wie hier, wenn wieder eine schöne und vollendete Kerze oder
ein Wachsbild die Hände verläßt.
Zünden wir sie also an, damit die Finsternis
weiche und ein Licht vom Himmel hernieder strahle. Somit ist die
echte Kerze über mehr als zwei Jahrtausende das „Symbol“
des (sich verzehrenden) Lebens geblieben.
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