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  Die Symbolkraft der Kerzen
 

Seit über 2000 Jahren begleiten Kerzen die Christenheit, denn von altersher hatte der Mensch Sehnsucht nach Licht.

Die Kerze hat bereits vor dem Christentum über ihre einfache physische Wirkung als Lichtspender hinaus symbolische Bedeutung gehabt. Denn das Licht, ein Körper, der sich brennend verzehrt und damit dunkle geheimnisvolle Kräfte vertreibt, brachte die von unsichtbaren Mächten bedrängten Menschen zu der Vorstellung: Hier ist Schutz, hier ist Rettung, hier ist Gott. Diese Symbole der Kerze standen immer im Zusammenhang mit dem Glauben, an die menschliche Unsterblichkeit. Immer noch haben brennende Kerzen beim Gottesdienst nichts von ihrer Symbolkraft verloren.

Die Kerze hat sich auch heute noch in ihrer ganzen symbolischen Bedeutung mit unserem Lebenslauf verbunden.

Symbolkraft der Kerzen
 
 

Einbezogen in die freudigen, festlichen aber auch traurigen Ereignisse menschlichen Lebens ist der alte ",Kerzen - licht - Kreislauf" immer noch existent. Er beginnt mit dem Lebenslicht und führt über Tauf-, Kommunion- und Hochzeitskerzen bis hin zur Sterbekerze.

Schon aus dem 10. Jahrhundert sind über die Kerzenherstellung, staatliche Verordnungen bekannt. Die heutigen Wachsziehereien entstanden aus der Lebzelterzunft, das im 19. Jahrhundert ein Doppelgewerbe war. Der Lebzelter, das war der Lebkuchenbäcker, der den Honig für das Gebäck und das Wachs zur Kerzenherstellung benutzte.

Die Wachszieher haben sich dann 1946 erstmals als Bayerische Wachszieher-lnnung, mit Sitz in Augsburg zusammen geschlossen und 1983 den Status einer Bundesinnung erhalten, d.h. die Zuständigkeit für ganz Deutschland und mit Gastmitgliedern von Kerzenherstellern aus dem deutschsprachigen europäischen Ausland.

Der Beruf des Wachsziehers mit der Möglichkeit der Fachrichtung Wachsbildner ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz bzw. nach der Handwerksordnung.

Es ist ein kreativer Beruf, der neben Geschick und technischem Können auch Phantasie erfordert. Die Wachsbildnerei ist eine der schönsten Seiten des Berufes. Sie erfordert ein hohes Maß an Geschmack, Kunstempfinden und auch Idealismus. In wenigen Berufen kann man von seiner Arbeit so befriedigt sein, wie hier, wenn wieder eine schöne und vollendete Kerze oder ein Wachsbild die Hände verläßt.

Zünden wir sie also an, damit die Finsternis weiche und ein Licht vom Himmel hernieder strahle. Somit ist die echte Kerze über mehr als zwei Jahrtausende das „Symbol“ des (sich verzehrenden) Lebens geblieben.

 

 
 
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