Auszubildende des 2. Lehrjahres im Wachszieher/Wachsbildnerberuf, die aus ganz Deutschland angereist kamen, absolvierten einen Überbetrieblichen Lehrgang mit Zwischenprüfung in Augsburg und Königsbrunn.
Drei Wachsbildnermeisterinnen und der Fachlehrer der Berufsschule, München lehrten in der Handwerkskammer Augsburg verschiedene Techniken die jeder Lehrling im 2. Lehrjahr im Wachzieher/Wachsbildnerhandwerk wissen muss. Die handwerkliche Kerzenherstellung sowie die Maschinentechnik wurde hauptsächlich durch den Vorstand Wachsziehermeister Hans Albertshauser in seinem Betrieb „Albertshauser Wachswaren, Königsbrunn“ vermittelt.
Unterrichtet wurde nach dem Rahmenlehrplan zur beruflichen Bildung und zur Anpassung an die technische Entwicklung.
Das Hauptthema der Unterweisung war die handwerkliche Kerzenherstellung, Verzier- und Veredelungstechniken und Reliefherstellung. Weiterhin das Herstellen von Wachsplatten, auflegen von Blattmetall, Modellieren von Reliefs und Plastiken und herstellen von Formen – Gips und Silikon.
Die Lehrlinge mussten bei der Zwischenprüfung, die am Schluss des Lehrgangs abgelegt wurde, die tierischen, pflanzlichen und mineralischen Roh- und Hilfsstoffe erkennen und über deren Eigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten Bescheid wissen.
Ebenso über die Dochtherstellung, Arten und Verwendbarkeiten. Sie mussten auch das Einfärben von Wachs und Farbmischungen beherrschen.
Da viele Lehrlinge in einem hochtechnischen Betrieb beschäftigt sind, sie aber bei der Zwischenprüfung die handwerkliche Kerzenherstellung kennen müssen, wurde ihnen auf dem Lehrgang das Kerzen ziehen an einer 2- oder 4 kalibrigen Zugmaschine vermittelt, ebenso wie man eine Wachsstockschnur zieht auf einer Handzugbank, Tafelarbeiten wie Rollen, Stutzen, Lochen, Aufgießen am Giesring vom Docht an. Sie wurden eingearbeitet an Bearbeitungsmaschinen, Handfräse, Lochbohrer, Egalisierapparat und an einer Abschmelzvorrichtung und Kerzengießmaschine.
Wie alle anderen Handwerksberufe, die in der heutigen Zeit hochtechnisiert sind lehren auch wir den Auszubildenden in unserem Lehrgang die handwerklichen Tätigkeiten, so können, nach unserer Ansicht, die ausgebildeten Gesellen/in die ihre Beschäftigung in hochmodernen Betrieben finden, besser den Ablauf der Kerzenherstellung nachvollziehen und dadurch Fehler schneller erkennen.
Sie mussten das zwicken von Kommunionkerzen und verzieren von Kerzen für verschiedene Anlässe beherrschen. Ebenso müssen sie Wachsstöcke legen und verzieren können.
Die Wachsbildnermeisterinnen zeigten verschiedene künstlerische Gestaltungsmöglichkeiten, das Bemalen und Retuschieren von Reliefs, Plastiken und Kerzen, sowie Maltechnik in Öl und Acryl.
Die Auszubildenden mussten über die Symbolik der Kerze und über Heraldik und Stilkunde
Auskunft geben können.
Ob Wachszieher oder Wachsbildner – wie man sieht - die Bearbeitung dieses edlen Materials „Wachs“ erfordert viel Geschick und gestalterisches Können. |