Die Kerzeninnung hat das erkannt und kommt den Bedürfnissen des Verbrauchers nach handwerklichen, gesundheits- und umweltverträglichen Produkten entgegen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage unter Kerzenkäufern. Die große Mehrheit der qualitätsbewussten Verbraucher war bereit durchschnittlich auch etwas mehr dafür zu bezahlen. Auch der Handel kann diesen Trend bestätigen.
Besonders an Festtagen haben Kerzen Hochkonjunktur. Die warme, freundliche Atmosphäre wird allseits geschätzt – und das ist nicht erst in unserem Jahrhundert der Fall.
Die Innungsmitglieder, besonders aber die traditionellen Wachszieherbetriebe haben sich auf die verzierten Kerzen – also auf Geburtstags-, Tauf-, Kommunion-, Braut-, Altar-, Oster- und Weihnachtskerzen, spezialisiert.
Die im Grund weißen Kerzen werden nicht nur bemalt, sondern auch mit Wachs verziert. Wachsbildner applizieren mit viel Augenmaß und Geschick Wachsornamente auf die Kerze. Sie tragen mit sicherer Hand Farb-Pigmente auf. Besonders schwierig ist das Zwicken der Kommunionkerzen. Dabei wird mit einem Zwickeisen die Kerzenoberfläche bearbeitet.
Sind für den Beruf des Wachsbildners die gestalterischen Fähigkeiten unabdingbar, kommt es beim Wachszieher auch auf die körperlichen Kräfte an. Er steht nämlich u.a. an der Zugmaschine, denn zuerst muss einmal die Kerze selbst hergestellt werden. Auch hochwertige Kerzen werden heute nicht von Hand gezogen. Das Leben einer Kerze beginnt vielmehr in einer Erdölraffinerie, wo als Nebenprodukt der Grundstoff entsteht: das Paraffin.
Für die Osterkerze, wie für alle Kirchenkerzen, wird das Paraffin mit 10 % Bienenwachs vermischt.
Wir als Kerzeninnung sorgen dafür, dass das alte Handwerk nicht in Vergessenheit gerät. Wir versuchen den jungen Menschen immer wieder klar zu machen, dass sie einen Beruf mit Tradition ausüben. "Ohne Licht kein Leben". Wir blicken mit Optimismus in die Zukunft, denn trotz aller Billigimporte aus Asien werden die Qualitätskerzen aus Innungsbetrieben immer gefragt sein. Qualität setzt sich durch.
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