KERZENINNUNG
Aus Liebe zur Qualität
 
Rund um die Kerze

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Die Kerze hat seit ihrem erstmaligen Gebrauch eine lange Entwicklung durchgemacht. 
Obwohl sie nicht länger die wichtigste Lichtquelle der Menschheit ist, ist ihre Beliebtheit und Verwendung ungebrochen. Heutzutage symbolisieren Kerzen Feierlichkeit, beruhigen die Sinne und setzen Akzente bei der Dekoration. Ein warmer und wunderbarer Schein zur Freude aller Menschen. Die Kerzenflamme mit ihrem warmen Licht hat auch in der heutigen hochtechnisierten Zeit nichts an ihrer Faszination verloren.



Was darf sich Kerze nennen? Unter dem Begriff "Kerze" sind ausschließlich Lichtquellen zu verstehen, die aus einem Docht und einer festen Brennmasse, die den Docht umgibt, bestehen. Dazu gehören auch Teelichte, Stundenbrenner und Öllichte, obwohl sich die feste Brennmasse in einem Becher oder einem anderen Gefäß befindet. 

Ist hingegen die Brennmasse, die den Docht umgibt, flüssig, so handelt es sich um Lampen oder Laternen. Mit Dosen oder Hülsen wird zwar oft die Form einer Kerze imitiert, jedoch unterscheiden sie sich durch die flüssige Brennmasse eindeutig von echten Kerzen. 

Auch Fackeln und Wunderkerzen gehören nicht in die Kerzenfamilie. Sie bestehen nur aus einer Wicklung und haben keinen Docht.

Das Wort "Kerze" kommt aus dem Lateinischen "Cereus" (Wachslicht). Schon im 1. / 2. Jahrhundert nach Christus wird die Kerze als kurzlebiges Licht beschrieben, das einen Faden (Docht) besitzt und ständig gewartet werden muss.




Brenndauer: Die Brenndauer der Kerzen ist selbst bei gleicher Größe und gleichem Aussehen, bedingt durch die verschiedenen Rohstoffe und Herstellungsarten, sehr unterschiedlich.

Hinzu kommen die äußeren Umstände, wie Sauerstoffzufuhr und Belüftung des Raumes, Raumtemperatur und sonstige Einflüsse, die ein schnelleres oder langsameres Brennen der Kerze verursachen können. Es lassen sich somit keine genauen Normen aufstellen. Um zu den gebräuchlichsten Konsumkerzen Anhaltspunkte geben zu können, muss auf Erfahrungswerte zurückgegriffen werden.

Als Faustregel gilt, dass der Verbrauch der Brennmasse bei 7 - 10 Gramm pro Stunde liegt. So sollte beispielsweise ein Teelicht ohne sichtbare Rußabgabe mindestens 4 Stunden brennen.



Was ist eine gute Kerze?  Für eine qualitativ hochwertige Kerze wählt der Wachszieher, passend zum Herstellungsverfahren, die Brennmasse und einen dem Kerzendurchmesser entsprechenden Docht aus. Auf ständige Qualitäts- und Abbrandkontrollen legen die Betriebe der Kerzeninnung großen Wert.  Eine gute Kerze brennt mit ruhiger Flamme, tropft und rußt nichtDurch die optimale Konstruktion einer Kerze und funktionsgerechtem Materialeinsatz brennen die Kerzen unserer Innungsbetriebe nahezu rückstandsfrei. So kann die Schadstoffabgabe beim Kerzenabbrand als ungefährlich angesehen werden und wir können beruhigt weiter dem leichten Spiel der Flamme zuschauen ...


... Ein Blick in die Kerzenflamme:  Wenn wir den Docht einer Kerze anzünden, bringt die von der Flamme ausgestrahlte Hitze das Wachs zum Schmelzen. Das flüssige Wachs steigt durch die Kapillarwirkung am Docht nach oben und nährt die Flamme. Der bei der Verbrennung entstehende Wachsdampf besteht aus Kohlenstoffpartikeln, die bei hoher Temperatur (zwischen 1000 °C und 1400 °C) glühen und leuchten, und so das Erscheinungsbild der Flamme erzeugen.

 

... die Kerze könnte also als ein kleines "Chemiewerk" bezeichnet werden;  Wachs wird über den Docht verbrannt und das dadurch erzeugte Gas wird zu Licht.



Photography by Henry Dixon & Son Ltd.

Michael Faraday (1791 - 1867) war ein englischer Naturforscher, der als einer der bedeutendsten Experimentalphysiker gilt. 

In seiner wissenschaftlichen Arbeit spielte die Kerze ein besonderes Rolle. In dem Buch "Naturgeschichte einer Kerze" ("Chemical History of a Candle") sind  zahlreiche Vorträge zusammengefasst, in denen er die Kerze als Analogie zur umfassenden Darstellung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse nutzte.

Von Faraday stammt dazu folgendes Zitat aus dem Jahr 1860:



“There is not a law under which any part of this universe is governed which does not come into play, and is touched upon in these phenomena. There is no better, there is no more open door by which you can enter into the study of natural philosophy.”

„Unter den Gesetzen, nach denen unser Weltall in allen seinen Teilen regiert wird, gibt es keines, das nicht auch bei der Naturgeschichte der Kerze in Betracht kommt. Kein besseres und bequemeres Tor bietet sich daher für den Eingang zum Studium der Physik.“

– Michael FaradayThe Chemical History of a Candle – Lecture